Spuren-sicherung

Katrin Kleist, weartberlin, 2015

Mit großformatigen Malerei-Collagen, die in vielschichtigen Ebenen Abstraktes, Natürliches und Fotorealistisches miteinander verbinden, konserviert Malwin Faber neben Reiseerinnerungen seine Erfahrungen und Einflüsse als junger Künstler

In den abstrakten, großformatigen Malerei-Collagen von Malwin Faber (1990, DE) durchdringen und überlagern sich vielschichtige Ebenen und Formen, bei denen der Hamburger Maler unterschiedliche Techniken und neben dem Pinsel auch Sprühdose und Spachtel kombiniert oder Glas- und Holzdrucktechniken einsetzt. Fabers Kompositionen beinhalten Fragmente aus Architektur, floralen Elementen und Übermalungen und entwickeln für den Betrachter dadurch eine ganz eigene Räumlichkeit.

Malwin Faber befasst sich serienübergreifend mit verschiedenen Realitätsbezügen in der Malerei. Man könnte die Malerei als Protokoll des Ausdrucks und der Bewegung des Künstlers als auch seiner Kontrolle und des Kontrollverlusts betrachten. Ausgehend von der Serie "Spurensicherung" von 2014, bei der der Nachwuchskünstler Orte und Erinnerungen aus Reisen in seinen Bildern festhielt, stand Architektur als geometrische Form im Kontrast zu Gestik und natürlichen Objekten.

Die folgenden Arbeiten, wie die Werke der Serie "Zwischenräume", sind eine Weiterentwicklung dieser Idee auf einer abstrakteren Ebene. Durch das Weglassen des abbildenden Motives gewann Fabers Malerei an Eigenständigkeit. Auch wenn die Bilder keine Räumlichkeit durch Perspektive und Architektur aufweisen, entwickeln sie ihre ganz eigene Architektur allein durch Formen und Linien, vielschichtige Ebenen und durch die Wirkung der Farbe. Das Malmittel wird zum Subjekt des Bildes. (…)

Quelle: weartberlin.de